In einem schrecklichen Unwetter kentert das Boot eines Reisenden.
Er hat Glück und wird total erschöpft an den Strand der Insel der Seeligen gespült.
Dort leben 100 Insulaner in perfektem Frieden. Alle sind auffallend glücklich und zufrieden.
Überaus hilfsbereit nehmen sie den Gestrandeten bei sich auf. Als er wieder zu Kräften gekommen ist erzählen ihm ihre Geschichte:
Sie haben alle das gleiche Vermögen und lassen ihr Geld arbeiten.
Sie investieren es in die wunderschöne Landschaft, bauen auf fruchtbaren Böden herrliche Früchte an und züchten kräftige Tiere, die sie an ihre Mitbewohner verkaufen. Manche legen ihr Geld auf Sparbücher mit prächtigen Zinsen.
Auf dieser Insel der Seeligen möchte keiner den anderen übervorteilen oder gar betrügen.
Aber so gerecht und ehrlich sie auch zueinander sind, immer wieder passiert es, dass ganz wenige von ihnen viel reicher werden und alle fast nichts mehr haben.
Gegen diesen unerklärlichen Verlauf haben sie aber eine einfache Lösung gefunden:
Am Ende eines Jahres werfen sie einen grossen Teil aller Vermögen auf einen Haufen und verteilen diesen wieder gerecht an alle. Das nennen sie "Umverteilung".
Der Gestrandete wundert sich über diesen ungewöhnlichen Brauch und fragt, wie sie auf diese seltsame Idee gekommen sind.
Sie erklären, dass in grauer Vorzeit ein Prophet bei ihnen gelandet war und ihnen dieses Vorgehen als für ihren inneren Frieden enorm wichtig empfohlen hat.
Da erinnert sich der Gestrandete dunkel, dass er in der Schule ähnliches gelernt hatte: in vielen alten Kulturen war es üblich gewesen, entstandene Ungleichheit regelmässig auszugleichen, Namen wie Symposion oder Jubeljahr tauchen in seinem Gedächtnis auf.
Und wirklich erlebt unser Gestrandeter den Frieden, die Ruhe und Ausgeglichenheit der Inselbewohner als Beweis für die mächtige Wirksamkeit dieser seltsamen Umverteilung. Er denkt: "Das ist ja wirklich wie auf einer Insel der Seeligen hier, ganz anders als in meinem Heimatland, wo Gier, Hektik und Mißgunst herschen."
Falls er durch glückliche Fügung jemals wieder in sein Heimatland zurückkehren könnte, dann würde er seinen Volksvertretern unbedingt eine ähnliche Vorgangsweise empfehlen.
Nach einigen glücklichen Jahren, die er noch auf der Insel der Seeligen verbringen darf, erscheint eines Tages ein silbernes Boot am Horizont, das ihn schließlich an Bord nimmt und nach langer Fahrt in sein Heimatland zurück bringt.
Einerseits ist er jetzt froh, wieder zu Hause zu sein, andereseits ist er entsetzt, wie sich die Lage in seinem Land verschlechtert hat: Viele Leute sind völlig verarmt, auch seine Brüder, Schwestern und Freunde. Er wundert sich auch über hohe Mauern mit vielen Wächtern an Orten, mit denen sich wenige Reiche aus Angst vor den Armen schützen wollen und die vielen schwer bewaffneten Polizisten, die ängstlich die jammernden Armen von Verzweiflungstaten abhalten müssen.
So sucht er um Audienz bei seinen Volksvertretern an. Als er endlich vorgelassen wird, berichtet er ihnen über seine Erlebnisse auf der Insel der Seeligen und schlägt ihnen diese regelmäßige Umverteilung zur Wiedererlangung des inneren Friedens vor. Doch da brechen die Volksvertreter in ein verzweifeltes Lachen aus. Sie sagen, dass so etwas bei ihnen gänzlich unmöglich sei. Das von ihnen vertretene Volk bewundere die Reichen und verehre sie besonders intensiv. Viele Arme glaubten in ihrer Verblendung, Vermögen sei sakrosankt. Daher dürfe man niemandem etwas wegnehmen. So sehr wünschen auch die Armen, den Reichen ähnlich zu sein, dass sie jegliche Umverteilung als undenkbar und sogar sündhaft ablehnen.
Dabei geraten immer mehr Menschen in bittere Armut. Manche von diesen Unglücklichen versuchen mit Gewalt, anderen ihr Eigentum zu entreissen. Leider sind das meist ähnlich Arme wie sie selbst, da die Reichen in ihren sicheren Schlössern hinter den hohen Mauern für sie unerreichbar sind. Aber die Reichen werden immer gieriger. Sie versuchen durch unredliche Machenschaften, noch mehr Vermögen anzuhäufen. Sie verlangen von den Armen immer höhere Mieten und Zinsen, zahlen immer geringere Löhne, bedrohen manche Beamte, um noch mehr Vorteile zu erlangen. Mächtige Reiche bestechen sogar Volksvertreter diese Gesetze zu beschließen, die es ihnen erlauben, die Armen noch mehr auszubeuten.
Den Reichen gelingt es immer mehr, Vermögen als heilig und die Ungleichheit als naturgegeben und von Gott gewollt hinzustellen. Daher traut sich kein Volksvertreter, mutig geeignete Naßnahmen gegen die immer stärker wachsende Ungleichheit zu ergreifen.
Und so kommt es schließlich zu einem fürchterlichen Bürgerkrieg, bei dem alle Reiche und viele Arme ihr Leben verlieren. Und wenn die wenigen Überlebenden nicht auch schon gestorben sind, dann leben sie heute noch - aber nur mit regelmäßiger Umverteilung wie auf der Insel der Seeligen.
Wenn du auch überleben möchtest, dann kannst du dir hier ein paar neue Fakten holen und praktisch ausprobieren, wie Umverteilung funktionieren könnte:
https://rnagler.shinyapps.io/wohlstandshinydashboard/
Mittwoch, 2. Februar 2022
Umverteilung auf der Insel der Seeligen - ein Märchen
Donnerstag, 14. Oktober 2021
Beurlaubte Prätorianer - ein Dramolett aus alten Zeiten
Im finsteren Apodyterium (Umkleideraum) der Caracalla-Thermen in Rom.
Zwei Prätorianer in makelloser Toga Praetexta im Gespräch.
ERSTER PRÄTORIANER: Was machst denn du hier?
ZWEITER PRÄTORIANER: Urlaub. Und du?
ERSTER PRÄTORIANER: Auch Urlaub. Ganz ungewohnt. Im Moment braucht man uns halt nicht.
ZWEITER PRÄTORIANER: Wir waren Tag und Nacht unterwegs für die gute Sache. An Schlaf war nicht zu denken. Soweit wie wir bin ich echt noch nie gegangen!
ERSTER PRÄTORIANER: Wer zahlt schaft an. ich liebe das!
ZWEITER PRÄTORIANER (erinnernd): "Danke für Österreich heute" - hat er zu mir gesagt - was gibt es schöneres!
ERSTER PRÄTORIANER (begeistert): Das waren schöne Zeiten, gemeinsam für ein höheres Ziel zu arbeiten. Es gab so viel zu tun. Täglich neue Aufgaben. Der Zweck heiligte die Mittel.
ZWEITER PRÄTORIANER (nachdenklich): Warum haben wir das alles gemacht? Ich hab bisher keine Latifundien gekommen, du vielleicht?
ERSTER PRÄTORIANER (überzeugt): Latifundien brauch ich keine, ich will was bewirken. Allein das Bewusstsein, für eine höhere Sache zu kämpfen, plötzlich Macht zu haben - eigentlich wie ein Rausch.
ZWEITER PRÄTORIANER (unsicher): Wenn sie dich in den Carcer Tullianus werfen?
Eine Kollegin von weiter unten haben sie schon eingesperrt...
ERSTER PRÄTORIANER: Die haben sie grad wieder freigelassen. Wird wahrscheinlich Kronzeugin.
ZWEITER PRÄTORIANER: Glaubst du, dass Kronzeuginnen dafür Latifundien kriegen? Ich denke, die ganz oben behalten ihre Latifundien. Leute wie wir kriegen vielleicht Orden und schöne Worte.
ERSTER PRÄTORIANER (stolz): Ist mir egal. Ich bin ein Profi. Ich weiss immer, was von mir verlangt wird. Da brauch ich gar keine Befehle.
(seine Toga ablegend): Es ist erhebend, wichtig zu sein, mich unterzuordnen und für ein klares Ziel zu kämpfen. Zu gewinnen. Mitglied in einem so tollen Team zu sein. Unter so einer charismatischen Führung!
ZWEITER PRÄTORIANER (bereits nackt): Warten wir halt, bis man uns wieder braucht.
Beide gehen nachdenklich ab ins Frigidarium. Vorhang.
Quellen:
- https://www.heute.at/s/kurz-vertraute-sind-nicht-ganz-freiwillig-im-urlaub-100167824
- https://zackzack.at/2021/10/06/das-ist-die-anordnung-zur-oevp-hausdurchsuchung/
- https://orf.at/stories/3232651/
- https://de.wikipedia.org/wiki/Caracalla-Thermen
Samstag, 24. Juli 2021
Aldous Huxley Revisited
Aldous Huxley, (26 July 1894 – 22 November 1963)
Sommerlektüre abseits von der Tagespolitik, trotzdem erstaunlich relevant:
Viele kennen sein 1931 erschienenes Buch "Brave New World".
1958 evaluierte er in "Brave New World Revisited" die Fortschritte, die seit dem Erscheinen von "Brave New World" in Richtung dieses Szenarios gemacht wurden. Er meint, dass viele seiner Vorhersagen, die er damals für das Jahr 2540 machte, deutlich früher eintreffen werden.
Bemerkenswert, wie viele seiner Aussagen auf die heutige Situation in Österreich oder gleich auf ganz Europa zutreffen.
https://en.wikipedia.org/wiki/Brave_New_World
Zum Nachlesen und downloaden:
Donnerstag, 1. Juli 2021
Grenzenloses Wachstum oder vernünftige Regeln?
Brauchen wir heute ökonomische Grenzwerte?
Warum wird die Kluft zwischen den Reichen und dem Rest der Bevölkerung jetzt immer grösser?
- Weil Vermögen sich schon auf Grund einer mathematischen Gesetzmäßigkeit an wenigen Stellen konzentriert.
- Zusätzlich nutzen Reiche ihren grösseren gesellschaftlichen Einfluss dazu, ihre Chancen auf weiteren Vermögenszuwachs zu verbessern.
Welchem mathematischen Gesetz folgt die Akkumulation von Vermögen?
Vermögenswerte entstehen durch exponentielle Wachstumsprozesse.
Beispiele für exponentielle Wachstumsprozesse sind:
- Zinsen: Neues Vermögen = altes Vermögen * Zinssatz
- Pandemie: Neue Anzahl Infizierter = Alte Anzahl Infizierter * Ansteckungsrate
Exponentielles Wachstum führt ganz automatisch zur Konzentration.
Die wenigen Gewinner müssen dazu gar keine Tricks anwenden, es geht ganz von selbst.
Bei exponentiellen Wachstumsprozessen gilt das Gesetz der Ergodizität NICHT,
das bedeutet konkret: der Mittelwert aller Vermögen zu einem Zeitpunkt verhält sich ganz anders als der Mittelwert einzelner Vermögen über die Zeitachse. Dadurch können die meisten einzelnen Vermögen über die Zeitachse sinken, obwohl der errechnete Mittelwert aller Vermögen zu einem Zeitpunkt zunimmt.
Was ist die Erklärung für dieses scheinbar unlogische Phänomen?
Das stark überproportionale Wachstum des Vermögens einzelner weniger treibt den Mittelwert aller Vermögen in die Höhe.
So steigt das Gesamtvermögen, obwohl das Vermögen der meisten Menschen weniger wird.
Trotz steigendem Bruttosozialprodukt kann das Einkommen der meisten Menschen sinken.
Die Behauptung "Wenn es der Wirtschaft gut geht, geht es allen gut" gilt daher für die meisten Menschen nicht.
Die Konzentration von Vermögen folgt also einem mathematisch darstellbarbaren Naturgesetz.
Wir können das mit einer einfachen Tabellenkalkulation demonstrieren.
Kann man überhaupt etwas gegen Naturgesetze tun?
Menschliche Gesellschaften haben schon immer Regeln definiert, die die Wirkung von Naturgesetzen erfolgreich regulierten.
Oft wurden zulässige Grenzwerte festgelegt, um Kooperation und Zusammenleben zu erleichtern.
Viele dieser Grenzwerte erscheinen uns heute als nützliche und selbstverständliche Spielregeln, die Naturgesetze regulieren:
- Schwerkraft:
- Maximale Personenanzahl in Liften oder Autobussen
- Maximale Traglast von Brücken oder Kränen
- Maximal zulässige Höchstgeschwindigkeit eines Fahrzeugs
- Fliehkraft:
- Maximal zulässige Drehzahl
- Bauordnung:
- Maximal zulässige Bauhöhe
- Maximal verbaute Grundfläche
- Mindestabstand zum Nachbargrundstück
- Gesundheit:
- Maximaler zulässiger Alkoholgehalt im Blut eines Verkehrsteilnehmers
- Maximal zulässiger Schallpegel
- Maximal zulässige radioaktive Strahlung
- Maximal zulässiger Ozonwert
- Maximaler Schadstoffausstoss eines Kraftfahrzeugs
- sogar in der Ökonomie wurden einige Grenzwerte festgelegt:
- Mindestlohn
- Mindestbeitragsgrundlage
- Maximaler Lohnsteuersatz
- Existenzminimum
Was ist das Gemeinsame all dieser Regeln?
Alle diese Grenzwerte regulieren Abläufe, die bekannten Naturgesetzen folgen.
Ohne leitende Regeln der Gemeinschaft würde der freie Lauf mancher Naturgesetze Schaden anrichten.
In der Ökonomie ist das Naturgesetz bis heute leider weitgehend unbekannt, dass unreguliertes exponentielles Wachstum automatisch zur Vermögenskonzentration bei wenigen Superreichen und damit langfristig zur Verelendung aller Anderen führt. Aber mmer mehr Wissenschafter erkennen jetzt dieses Naturgesetz, unter anderem Ole Peters.
Warum ist dieses Naturgesetz relativ unbekannt?
Weil die raditionelle Ökonomie heute immer noch tonangebend ist und sich stark an neoliberalen Modellen orientiert (Hajek, Mont Pelerin Gesellschaft). Diese alten Modelle basieren auf der falschen Annahme der Ergodizität von Wachstumsprozessen.
Welche zulässigen Grenzwerte wird jemand fordern, der das Naturgesetz exponentiellen Wachstums verstanden hat?
- Mindesteinkommen
- Maximal zulässiges Einkommen und maximal zulässiges Vermögen
Wie können diese Grenzwerte durchgesetzt werden?
Ganz einfach durch gerechte Erbschaft-, Einkommen- und Vermögensteuern.
Wurde so etwas schon einmal erfolgreich umgesetzt?
Natürlich: zum Beispiel im New Deal Roosevelts und nach dem 2. Weltkrieg auch in Europa.
Bereits in der griechischen Antike kannte man den σεισάχθεια Schuldenerlass, der die Konzentration von Vermögen regelmäßig begrenzte. Auch die Israeliten waren durch das Rechtsinstitut des Erlassjahrs verpflichtet, alle 49 Jahre ihren untergebenen Volksangehörigen einen vollständigen Schuldenerlass gewähren.
Generell wurden solche die Vermögen regulierenden Maßnahmen oft nach Krisen durchgesetzt.
Thomas Piketty hat darüber in seinen 2 Büchern viel Material publiziert.
Warum gibt es dann heute keine ausreichenden Regeln mehr?
Weil sich ab den 1980er Jahren koordinierte neoliberale Strömungen durchgesetzt haben. Die meisten sozialdemokratischen Parteien haben sich aus Angst vor Machtverlust diesen Strömungen unreflektiert angeschlossen und damit ihre traditionellen Ziele verraten. Viele traditionell neoliberal ausgebildete Wissenschafter beraten die Regierungen und verhindern damit dringend notwendige Reformen und Gesetze.
Was ist also heute zu tun?
- Gegensteuern durch gerechte "Steuern", die grenzenlosen Reichtum und dadurch Machtkonzentration bei Wenigen und Verarmung von Vielen verhindern.
- Für demokratische Entscheidungsprozesse, Gleichbehandlung und Gerechtigkeit eintreten. Nicht nur ökonomisches Kapital, auch soziales Kapital (Beziehungen) und kulturelles Kapital (reiche Kinder bekommen bessere Ausbildung) sind heute extrem ungleich verteilt.
Freitag, 18. Juni 2021
Die Selbstgerechten - Sahra Wagenknecht
Wir wollen das Buch eingehend diskutieren.
Hier eine Zusammenfassung als pdf
Hier die Zusammenfassung mit nummerierten Folientiteln und Statements als pdf
zum Ausfüllen des Bewertungsbogens über diesen Link
bis 25.6.2021
Hier die Auswertung dazu als googleSheet
Dienstag, 15. Juni 2021
Material zum Zweiten Konvivialistischen Manifest
Als Unterlagen für Freitag, 18.6. stelle ich folgende Downloads zur Verfügung:
Dienstag, 16. März 2021
Gefangen in der Möbius Schleife
Dramolett aus ferner Zukunft
(mathematisch gesehen ist die Möbius Schleife eine nicht-orientierbare Mannigfaltigkeit)
(Der Vorhang geht auf und zeigt eine Weinhandlung im achten Wiener Gemeindebezirk, Freitag, 27.3.2026 gegen 19:40. Innen sitzen einige gut situiert aussehende ältere Menschen um einen langen Tisch und diskutieren angeregt. Wasser- und Weingläser, einige offene Weinflaschen stehen herum.)
(Draußen in der Kälte gehen zwei zerlumpte Arbeiter langsam vorbei):
ERSTER ARBEITER: Schau, da drinn sitzen unsere Eliten und saufn.
ZWEITER ARBEITER: Die Toskana-Fraktion gibt's oiso imma no!
(gehen langsam weiter)
(Drinnen im gut geheizten Verkaufsraum):
DER VERLEGER (blickt aufmunternd in die Runde): Ich freue mich, euch nach langer Pandemie zu unserer 235. Sitzung endlich wieder körperlich begrüssen zu dürfen. Wenn Ihr einverstanden seid, dann referiere ich ca. 20 Minuten über Gernot Böhmes ästhetischen Kapitalismus. Dann haben wir auch noch genug Zeit, alles andere zu besprechen.
DER LUNGENFACHARZT (wichtig): bin gerade bei den Bauernkriegen, frz. Revolution, 1848, russ. Revolution, dt. und österreichische Sozialdemokratie, 1968 und Folgen, konservative Restauration und jetzt, jetzt, jetzt ist das grobe Konzept!
DIE SCHULDIREKTORIN: Es wird notwendig sein, die Migrationsfrage und die der patriarchalen Strukturen in Wien anzugehen, so sehen das viele in der SPÖ.
DER INFORMATIKER AUS DEM UNTERRICHTSMINISTERIUM: Wir wollen mit den sozialdemokratischen Kräften in unserem Land eine Politik unterstützen, die die Fundamente der sozialen Gerechtigkeit, des sozialen Ausgleichs und der sozialen Sicherheit eines jeden Individuums, der in unserem Land Österreich ein Zuhause sucht oder eines gefunden hat.
DER METALLURGE (nickt zustimmend, dann): Ja, da bin ich dabei!
DER LEHRER DER KRANKENSCHWESTERN (selbstkritisch): Ich möchte gerne mitreden, gebe jedoch zu Bedenken, dass meine Gedanken nicht wirklich politisch korrekt sein können, weil ich irgendwann aufgegeben habe, mich politisch zu interessieren.
DIE KUNSTHISTORIKERIN (stolz): Ich bin bereits als Bloggerin aktiv!
DIE SÄNGERIN (eifrig): Außerdem gibt es meiner Meinung nach ein noch viel wichtigeres, ja, überlebenswichtiges Problem, das eher unsere gesamte Aufmerksamkeit beanspruchen sollte - die Klimakrise.
DER VERLEGER (lächelnd): Das Wort "Klimakrise" hätte Karl Kraus mit Hohngelächter bedacht. Es gibt eine Menschen- und Institutionenkrise, aber dem Klima ist das egal.
DER BÄRTIGE SEGLER (wissend): im neoliberalen Sprachgebrauch heisst "public/private partnership", dass der Staat zahlt und private Unternehmen daran verdienen, man kann aber auch Umverteilung dazu sagen.
DER SYSTEM INTEGRATOR (hebt widersprechend die Hand): Dazu gehört auch der Begriff Neoliberailsmus näher betrachtet, um nicht alles, was damit in Verbindung gebracht wird, reflexartig abzulehnen.
DIE MUSEUMS-KURATORIN (mit Nachdruck): Du hast sicher mehr Erfahrung, ich möchte auch niemanden blockieren, nur ich persönlich möchte keine neo-liberalen Kräfte in Österreich unterstützen.
DER NUKLEARMEDIZINER (kritisch): Dass die Grünen alles andere als links sind (auch wenn sie versuchen z.B. in Wien das vorzugeben) zeigt sich besonders gut daran, wie sie in der Frage der von der SP verlangten Erhöhung des Arbeitslosengeldes agieren. Nur Almosen haben sie den Arbeitslosen zu bieten. Beschämend und entlarvend.
DER VERLEGER (nachdenklich): Ja, dann müssen wir uns Maßnahmen überlegen. Wenn wir seinerzeit der SPÖ beigetreten wären, dann hätten wir im Fall des Falles austreten können.
DIE SÄNGERIN (entschlossen): Warum starten wir nicht eine Petition für den Rücktritt von Kurz?
DIE KUNSTHISTORIKERIN (mutig): Ich wette ebenfalls auf Sturz des Kurzkanzlers! Haben wir da einen konkreten Plan?
DER INFORMATIKER AUS DEM UNTERRICHTSMINISTERIUM (mitfühlend): In diesem Kontext kann PRW nichts anderes tun als ihre Bereitschaft zu zeigen. Sie ist meiner Meinung nach in eine Situation geraten in der sie nicht anderes kann als mitarbeiten.
DIE LEHRERIN (zustimmend): Ich finde das Hinhacken auf Rendi-Wagner in dieser Sache auch nicht gut!
DER METALLURGE (warnend): Wenn sie diese (nicht sehr große) Chance verpasst, wird unser Engagement noch wichtiger!
DIE INTERNISTIN (kritisch): Wir werden wahrscheinlich austreten, wenn die SPÖ diesem Gesetz zustimmt.
DIE KUNSTHISTORIKERIN (abwägend): Toll, aber ich finde das Wort "links" sollte ersetzt werden zB. durch "soziale Kräfte". „links“ schreckt viele ab - denke ich.
DIE SCHULDIREKTORIN (bestimmt): Der Islam war die Religion eines Warlords, der begann, die vom römischen Reich verlassenen Regionen, zu erobern, seine Nachkommen den gesamten Mittelmeerraum. Und es blieb eine Eroberer- Religion, die sich die Welt bis heute untertan machen will.
DIE GESUNDHEITSPSYCHOLOGIN (kämpferisch): Auch die, die “immer“ schon da sind, müssen sich in die „neue“ Einwanderungsgesellschaft integrieren, Macht abgeben (ich sage dazu: besonders die Frauen) und Dinge anders machen, als sie immer schon so „bei uns“ gemacht wurden.
DER LUNGENFACHARZT (entrüstet): ich bekomme zu viele mails, mit denen ich nichts anfangen kann!
DER BÄRTIGE SEGLER: Wer hat die Folien zu meinem Referat, die ich gestern abend nochmals per email an alle versendet habe, noch immer nicht bekommen?
DER LUNGENFACHARZT (zusammenfassend): Die heutige Sitzung war gut besucht und von Stellungnahmen zum bedingungslosen Grundeinkommen geprägt.
ALLE TEILNEHMER (zufrieden murmelnd): Das war wieder einmal eine gute Sitzung. Wir sind auf dem richtigen Weg zur Erneuerung der Sozialdemokratie!
DER LUNGENFACHARZT (nachdenklich, leise): Ich selber habe noch nie einen Arbeiter gesehen... (bemerkt jetzt zwei dunkle Schatten vor der Weinhandlung)
(Draußen im kalten Nieselregen vor der Weinhandlung wieder die zwei zerlumpten Arbeiter):
ERSTER ARBEITER: Wast du wo ma was zum Essen kriagn oder übernachten kennan?
ZWEITER ARBEITER: Ob die da drin uns helfen?
(beide gehen kopfschüttelnd ab.)
(Vorhang)
Handlung, Personen und Orte sind frei erfunden.
Jede Ähnlichkeit mit realen Personen ist rein zufällig.
Quellen:
Originalzitate aus Chat-Protokollen und email,
https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%B6biusband
https://de.wikipedia.org/wiki/Endlosschleife
https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeiter
Samstag, 13. März 2021
Achtung Markenimage!
Der Kapitalismus hat sehr bald erkannt, dass mit dem Tauschwert einer Ware weit mehr Gewinn zu erzielen ist als mit dem reinen Gebrauchswert – geschicktes Marketing hilft dabei! Dass dabei oft ein falsches Bild der Ware erzeugt oder sogar echte Mängel kaschiert werden sollen sei an zwei Beispielen dargestellt.
1.
Die Manner-Schnitten
Geradezu mit prophetischer Weitsicht hat hier der
Gründungsvater seine Ware mit dem großen Schriftzug „Manner“ versehen – auf rosa
Hintergrund. War dies über viele Jahrzehnte hinweg nichts anderes als eine fürs
Auge angenehme Aufmachung so kommt der wahre Hintergrund in unseren Tagen zum
Vorschein: „Manner“ steht ja eigentlich für „Männer“, noch dazu unterstrichen
durch den phallusartigen Stephansdom. Und der rosa Hintergrund kommuniziert
dabei die Aufgeschlossenheit zur LBGQ-Community. Wer kommt da heute noch auf
die Idee, das Produkt als solches zu hinterfragen?
Tut man es doch, muss man mit Erschrecken feststellen –
Manner Schnitten enthalten Palmöl!
2.
Palmers-Wäsche
Das bringt uns gleich zum nächsten Markenprodukt – Palmers!
Hier ist ja schon im Namen ein Bezug zum Palmöl versteckt. Doch genaueste
Recherche hat ergeben das die Produkte von Palmers alle samt und sonders –
palmölfrei sind! Üblicherweise wird man
auch spätestens hier weitere Recherchen erleichtert unterlassen – und übersieht
dabei bewusst, dass die Produkte auf abscheuliche und raffinierte Weise überaus
sexistisch präsentiert werden – ungestört kann diese Darstellung der Waren nun
auf subtile Weise seine Wirkmächtigkeit im Unterbewussten entfalten.
Freitag, 5. Februar 2021
New Deal 2.0
New Deal 2.0 - Ein Verschwörungs-Dramolett
(Ein Klingelzeichen kündigt den Beginn der Vorstellung an. Auf den Vorhang wird die Nachricht projiziert: "Wir ersuchen unser p.t. Publikum, die Mobiltelefone auszuschalten. Für einen optimalen Kunstgenuss setzen Sie bitte Ihre Aluhüte auf!". Darauf kurze hektische Aktivität im Publikum.)
(Vorhang auf. Grelles Sonnenlicht. Am Strand einer virtuellen Südseeinsel liegen in bequemen Deckchairs die DREI TRILLIONÄRE:
Jeff Bezos (ex Amazon) - kurz JB,
Bill Gates (ex Microsoft)- kurz BG und
Larry Page (ex Google) - kurz LP.
Jeder hält einen Umbrella-Drink mit geknicktem Strohhalm lässig in der Hand. Azurblaue Wellen brechen leise am hellen Sandstrand.)
TRILLIONÄR BG (feierlich): Nachdem wir nun alle drei in Pension sind, können wir heute unser weiteres Vorgehen gewissenhaft abstimmen.
TRILLIONÄR LP (stolz): Unsere Werkzeuge sind bereit, wie immer:
Bedrohungen und Gegenmittel - wir kontrollieren beides.
TRILLIONÄR JB (nachdenklich): Unsere Altvorderen mussten früher Bedrohungen durch einen Aussenfeind mit Hilfe der Geheimdienste konstruieren.
TRILLIONÄR LP: Gestern war es die Umwelt, die ja so sehr bedroht ist und für die das Volk viel Geld hergeben wird.
TRILLIONÄR BG (triumphierend): Aber jetzt haben wir endlich:
Viren und Impfungen, beide sind durch ständige Updates gut steuerbar.
TRILLIONÄR JB (zieht an seinem Strohhalm, dann): Das war schon genial, die Idee mit den Updates von deinem g'schissenen Betriebssystem in die Biologie zu übernehmen!
TRILLIONÄR BG (wehmütig): Ja, die eingebaute Unfertigkeit hat so einen jugendlichen Touch und macht alles viel glaubhafter. So sind unverdächtige Updates jederzeit möglich; die Leute lieben sie geradezu.
TRILLIONÄR LP (zufrieden): Die totale Datenhoheit haben wir endlich erreicht - nicht nur, dass wir alles erfahren, wir können die Wirklichkeit nunmehr durch gezieltes Information Management effektiv beeinflussen.
TRILLIONÄR JB: Und jetzt haben wir auch die totale Markthoheit erreicht - wir liefern nicht nur alles, wir steuern auch die Bedürfnisse.
(fügt hämisch hinzu): Was der gute alte Karl Marx dazu wohl sagen würde?
TRILLIONÄR LP (entschieden): Was wir jetzt brauchen, ist Ruhe und Frieden! Aber die Massen sind immer noch unruhig.
TRILLIONÄR JB (verhohlen): Undankbares Gesindel!
TRILLIONÄR BG (selbstkritisch): Sie werden immer dümmer, so wie geplant, aber gleichzeitig auch wütender, das war so nicht beabsichtigt.
TRILLIONÄR JB: Wir wollen keine Krawalle, das ist schlecht für's Geschäft. Wir wollen friedliche, glückliche Völker, die unseren Inputs folgend fromm und sittsam vor sich hin leben.
TRILLIONÄR LP (überlegend): Vielleicht sollten wir ihnen etwas Auslauf gönnen: vielleicht wieder so einen Sturm aufs Capitol, vielleicht ein paar ordentliche Anti-Corona Demos, vielleicht wollen sie wieder ein paar Schwarze oder andere Migranten hauen, eventuell sogar in Wien...
TRILLIONÄR BG (bewegt): Na ich weiss nicht, wir sollten staatsmännischer vorgehen. Kopieren können wir doch gut, warum imitieren wir nicht Roosevelt!
TRILLIONÄR JB (freudig): Aha, genial! Wir machen einen New Deal 2.0 und lockern ein bischen die Daumenschrauben. Das hat sich ja schon einmal bestens bewährt.
TRILLIONÄR LP (zustimmend): Ja super! Wir verschenken elektronische Gadgets und wöchentliche Impfungen.
TRILLIONÄR BG (wackelt mit den Fingern): Hin und wieder lassen wir etwas Helicopter-Money runter rieseln.
TRILLIONÄR JB (gütig): Schenken wir ihnen halt in Gottes Namen das bedingungslose Grundeinkommen.
TRILLIONÄR BG (schlürft den Rest seines Drinks) : Unsere Aktionäre werden der guten Ordnung halber brav Vermögenssteuern zahlen - der Frieden muss ihnen das schon wert sein!
TRILLIONÄR JB (grübelnd): Das Geld kommt ohnehin wie von selbst zu uns zurück. Ich hab zwar noch nicht ganz verstanden, wieso, aber es hat noch jedesmal funktioniert...
TRILLIONÄR BG (feierlich): Na dann ist alles klar.
Wir rufen den New Deal 2.0 aus!
(dann, listig): Da wäre noch etwas anderes: seid ihr eigentlich schon geimpft?
(Vorhang. Auf den Vorhang wird die Nachricht projiziert: "Sie können jetzt Ihren Aluhut wieder abnehmen und Ihre Mobiltelefone einschalten, um weitere Weisungen zu empfangen.")
Quellen:
https://en.wikipedia.org/wiki/New_Deal
https://edition.cnn.com/2021/02/02/tech/amazon-earnings-bezos/index.html
Die gesamte Handlung und die dargestellten Personen sind frei erfunden. Jede Ähnlichkeit mit realen Personen und Ereignissen ist rein zufällig.
Samstag, 16. Januar 2021
Fakten - ohne Dramolett
Das Wachstum der Weltbevölkerung verlangsamt sich:
https//www.br.de/wissen/weltbevoelkerung-bevoelkerungswachstum-menschen-erde-welt-100.html
Der Grund für die Verlangsamung – und letztendliche prognostizierte Stagnation bei 11 Milliarden – liegt im dramatischen Sinken der im Schnitt pro Frau zur Welt gebrachten Kinder. Dies bei gleichzeitiger Steigerung der Lebenserwartung (global! – es stimmt, dass die Lebenserwartung in einigen Ländern (z.B. USA, UK) gesunken ist) und drastische Verringerung der Kindersterblichkeit. Das ist wiederum darauf zurückzuführen, dass es in den letzten Jahren Milliarden von Menschen gelungen ist, extreme Armut hinter sich zu lassen – und dadurch in den Genuss von besserer Hygiene, ärztlicher Versorgung, Bildung … zu kommen.
https://factfulnessquiz.com/factfulness-test-from-gapminder
Vorsicht !!!!! Auch Bill Gates der Leibhaftige kommt dabei vor!!!
Donnerstag, 14. Januar 2021
Artenvielfalt - Alles wird gut!
(Älteres Paar beim Frühstückstisch im Landhaus. Blick in den Garten, frisch verschneit)
Sie: „Schau wie viele Vogerl wieder da sind! Sind ja arm
jetzt im Winter – die freuen sich alle über die Meisenringe! Wie sie
miteinander streiten!“
Er: „Hmmm ……“
Sie: „Hast gelesen, eine neue Fledermausart haben‘s entdeckt!
Wird ja doch nicht so schlimm sein mit dem Artensterben, ich brauch ja nur aus
dem Fenster hinauszuschauen!“
Er: „Übetrieben wie alles heutzutage. So schnell geht die
Welt net unter. Ist vor allem eine Sache der Anschauung – weißt eh, üblicherweise
ist das Glas heutzutage halb leer. Bei mir ist es halb voll, und ich bin immer
gut gefahren damit. A propos Schatzi, kannst mir bitte noch einen Kaffee aus
der Küche mitnehmen? Wennst im Kamin nachlegst?“
Sie (bringt den Kaffee): „Jö schau, was das für eine
aufgeplusterte Amsel ist! Das hab‘ ich ja noch nie gesehen!“
Er: „Ist eine Blamsel – a blade Amsel! Dürfte sich auch um
eine neue Art handeln!“
Sie: „Da, ein Bergfink! Sowas sieht man ja wirklich selten!“
Er: „Wir sind aber auf keinem Berg, eher im Tal! Muss sich
also um eine Talfinken handeln.“
Sie: “Und du meinst das Eichhörnchen da draussen ….“
Er: “Ist kein Eichhörnchen, sondern ein Nusshörnchen. Ist ja
unser Nussbaum, auf dem es herumklettert!“
Sie: “Schon schön die Natur!“
Er: “Man muss es halt zu schätzen wissen und mit richtigen
Augen sehen – drei neue Arten in fünf Minuten! Also was soll der ganze
Pessimismus immer?“
Austro-Control und die Staatenlenker
Austro-Control und die Staatenlenker, ein Dramolett
Zentrale der Glock GesmbH in Deutsch-Wagram, Gaston Glock-Platz 1:
(Der weise Unternehmenslenker GASTON GLOCK und seine fesche Gattin KATHRIN GLOCK sitzen an einem langgezogenen Tisch und genießen ihr spätes Frühstück.)
KATHRIN GLOCK (schlürft aus einem Champagnerglas, versonnen): Mein lieber Gaston, eigentlich hab ich mir das ganz anders vorgestellt, wie es da draußen zugeht, ganz anders...
GASTON GLOCK (sein Beamtmungsgerät pfaucht leise, trotzdem liebevoll): Was hast du dir denn anders vorgestellt da draußen, mein Täubchen?
KATHRIN GLOCK (aufgeregter): Du hast mir doch erzählt, dass wir alles im Griff haben. Aber da draußen gibt's ja immer noch ein Parlament und Proleten, die dumme Fragen stellen.
GASTON GLOCK (kryptisch): The show must go on...
KATHRIN GLOCK (fast wütend): und jetzt möchte mich so eine Beamtin aus dem Aufsichtsrat der Austro-Control rauswerfen. Du hast mich doch dorthin entsendet, damit ich dir bei der Lenkung Österreichs helfen kann. Sie behaupten sogar, die Austro-Control hat nur mit Flugzeugen zu tun und nicht mit der Lenkung. Was machen wir denn jetzt?
GASTON GLOCK (ewas erschöpft, zufrieden): Das ist jetzt alles nicht mehr notwendig. Meine Freunde und ich, wir haben unser Ziel endlich erreicht.
KATHRIN GLOCK (aufgebracht): Dieser Pöbel glaubt immer noch, sie hätten eine Regierung, Minister, Parlament, Gerichte usw. Manche behaupten sogar, sie könnten das alles wählen. Wo kommen wir denn dahin?
GASTON GLOCK (nickend, milde): Gut so, gut so...
(schläft seelig lächelnd ein)
(Vorhang)
Quellen:
https://www.derstandard.at/story/2000123257295/gewessler-beruft-kathrin-glock-als-austro-control-aufsichtsraetin-ab
https://de.wikipedia.org/wiki/Gaston_Glock
https://eu.glock.com/
Montag, 11. Januar 2021
Fia des Wohl vom Volk, vom Gonzn.
Fia des Wohl vom Volk, vom Gonzn.
PRW, Kurtz und die Sozialdemokratie
Auf einer unheimlich dunklen, leeren Bühne zwei Personen in zwei Scheinwerferkegel und Schlagschatten
KURTZ: Heast Rendi, mir kumman net zam mit dem Virus, mit dera Impfung.
Du host doch des studiert, konnst du uns do net a bißerl höfen?
Dia muaß in da Opposition jo eh irrsinnig fad sein!
PRW: lacht irritiert, aber auch geschmeichelt:
Jo Basti, sea gern, oba wos wean meine Leit sogen, wonn i jetzt auf amol mit dia…
KURTZ: Heast Pamela, des is überhaupt ka Problem: Mir sogn anfoch, des is fia des Wohl von Volk, vom gonzn.
Do kann kaner wos dagen hobm, wonn’s fias Volk is.
PRW: verschämt:
Jo , do host vielleicht wirklich recht, es warat fia des Wohl von Volk, vom gonzn.
Und allanich bringts woascheindlich wirkli nix zom mitn Kogler und n Anschober.
Des san jo wirklich zwa feste Deppn.
KURTZ nimmt entschlossen die Hand von PRW:
Pam, des wir I da niemois vergessen, wons du uns jetza ausse reist.
Und wonnst wirkli Bresln kriagst mit deine Leit, des vasprich I dia jetzt in die Hond:
kummst anfoch zu uns, des Gsunheitsressoa is von jetzt an imma fia di reserviert !
PRW: Danke Basti, des passat a vül bessa zu mia, und mia zwa kennten wirkli wos bewirken, fia des Wohl vom Volk, vom Gonzn!
Blicken einander lange und versonnen an, wie ein Liebespaar und gehen, Hand in Hand, beschwingt nach hinten ab
Licht plötzlich aus
Mittwoch, 6. Januar 2021
Türkise Strategen, ein Dramolett
Türkise Strategen, ein Dramolett
(5.1.2021, Wien 1010, Lichtenfelsgasse 7, Festsaal.
Ausserordentliche Tagung des GEHEIMEN WÄCHTERRATES)
ERSTER WÄCHTER (von seinen Kollegen NOVOMATIC-GRAF genannt): Es brennt da Huat: Unser Bua hat sich verrannt beim Interview vor Weihnachten und des follt uns jetzt am Schedl.
ZWEITER WÄCHTER (von seinen Kollegen KARDINAL genannt): Meint Ihr die Geschichte mit dem Frei-Testen, wo er so brilliant improvisiert hat?
DRITTE WÄCHTERIN (von ihren Kollegen HORTEN-HEIDI genannt): Des mit die 2 Tag firs Theater und die 8 Tag firn Wiatn? Ja, des hob sogar I ned verstanden, oba jetzt hot die Rote Brut uns des eh odraht!
VIERTER WÄCHTER (von seinen Kollegen einfach RENE genannt): Jetzt mach ma holt des Eintritts-Testen und die Roten san schuld, dass kana zum Wiatn darf.
(Es klopft, man hört eine kindliche Stimme): Darf I schon reinkommen?
DRITTE WÄCHTERIN vulgo HORTEN-HEIDI: Kumm eini, Bua.
DER BUNDESKANZLER (schüchtern eintretend, verbeugt sich, noch unsicherer): I wass, I woilt brillieren, aber es is nach hinten losgangen?
ERSTER WÄCHTER vulgo NOVOMATIC-GRAF: Bist eh tapfer gwesn, Bua. Die Roten san schuld. Jetzt mach ma die Grünen fertig und nehman eana die Gsundheit weg, weils ned amal des Impfen zsambringen.
VIERTER WÄCHTER vulgo RENE: Wir lassen jetzt jeden Tag an Wappler ausn Gsundheitsministerium im Fernsehn interviewn und abschlachten, damit die Leut was zum Lochn hobn und sehn, wia deppat der Gsundheitsminister is.
ZWEITER WÄCHTER vulgo KARDINAL (würdig): Die Leute brauchen Unterhaltung, Theater und Oper sind zu, also bieten wir ihnen Spiele wie im alten Rom!
DRITTE WÄCHTERIN vulgo HORTEN-HEIDI (warnend): Der Erwin, oiso der Raiffeisen-Hameseder, is schon sehr unruhig, wir ham eam ja des Gesundheitsministerium für die Uniqa versprochen.
DER BUNDESKANZLER (langsam verstehend): Ah, seah guat; zwa Fliagn mit an Schlog; Die Grünan endgültig ruinieren und des Gsundheitwesen an die Uniqa outsourcen; da kummt vü Göd zsam!
ERSTER WÄCHTER vulgo NOVOMATIC-GRAF (gütig zwinkernd): Wast eh, Koste es, was es wolle...
DER BUNDESKANZLER (eifrig): Jawoll, Alles klar, bin schon unterwegs (tritt hastig nach rechts ab)
VIERTER WÄCHTER vulgo RENE (nüchtern): Was mach ma mit eam, wenn ea fertig is?
ZWEITER WÄCHTER vulgo KARDINAL (mit sanfter Stimme): Vielleicht doch lieber nur Marketing-Vorstand bei der Uniqa?
ERSTER WÄCHTER vulgo NOVOMATIC-GRAF (routiniert): Nachdem wir wieder alles im Griff haben, beende ich diese Sitzung.
(Alle nach links ab, Vorhang)
Quellen:
Impfen "genau im Plan": Wie sich Corona-Gesandte Reich in der "ZiB 2" mühte, Anschober zu vertreten, Der Standard
"Wenn ich mir so anhöre, was die Sektionschefin für die öffentliche Gesundheit in der Zib2 so von sich gibt, kann man nur zum traurigen Schluss kommen: Der Staat scheint einfach unfähig zu sein. Ist Langsam, behäbig, intransparent, strukturell veraltet, entscheidungsschwach,...."
Michael Jungwirth, Innenpolitik-Chef KLEINE ZEITUNG
Montag, 4. Januar 2021
ENO - Ein Traum
ENO
Ein Traum
Postsurrealistisches Minidrama
Im Büro des Gesundheitsministers Schieber; an der Wand hinter dem Schreibtisch
eine übergroße Reproduktion von René Magritts „Die Liebenden“;
Kanzler Kürzer tritt ein.
Kürzer (überreicht Schieber ein leeres Terrarium):
Ich hab da was für Sie. Schaut aus, als wäre es leer. Es ist so gut wie nichts drin,
aber doch etwas. Nennt sich ENO.
Schieber (stellt es auf seinen Schreibtisch, starrt hinein):
EGO?
Kürzer (eher ungehalten):
Sie müssen besser zuhören: ENO nicht ego. Verstanden?
Schieber: Na ja.
Kürzer: Sie müssen darauf aufpassen! (Verlässt das Büro)
Schieber (ratlos; mit dem Rücken zur Tür, verdeckt das Terrarium; greift hinein;
setzt ETWAS auf den Boden):
ENO platz!
Es vergehen einige Minuten; NICHTS passiert. Der Kanzler kommt unbemerkt zurück,
beobachtet die Szene.
Schieber: ENO platz!
Kürzer (schreiend): Offensichtlich haben Sie wieder einmal nichts verstanden!
Schieber dreht sich erschrocken um; rutscht beinahe aus.
Vorhang
Gottesstaat Österreich
Gottesstaat Österreich
Personen: Pius I, Pius II
Pius I: Bruder, hast du gesehen, wie die Polizisten in Deutschland die Kinder und ihre Eltern von der Rodelpiste gescheucht haben? Da können wir uns ein Beispiel nehmen!
Pius II: Ja, beeindruckend wie die Polizei für Ruhe und Ordnung sorgt! Wo kommen wir denn da hin, wenn die Kinder frei herumlaufen! Und die Eltern erst! Zurück ins Home Office!
Pius I: Ja, sie sollen die eigenen vier Wände nicht verlassen dürfen! Lieber bei Amazon 2m großen digital Fernseher bestellen, weil: geht’s der Wirtschaft gut, geht’s uns Allen gut!
Pius II: Ja die Kinder gehören vor die Play Station – Sie brauchen keine realen Freunde mehr, weil sie treffen sich eh virtuell
Pius I: ja, und wenn sie zu dick werden, sollen sie die christlichen Fastenzeiten einhalten!
Pius II: Wir könnten eigentlich die Schulen alle virtuell gehen lassen, das hat enormes Einsparungspotential! Gleichzeitig gewähren wir unseren Freunden von der Industriellenvereinigung aus Steuermitteln viele Hilfen, die Kultur speisen wir ab mit einer Einmalzahlung von 100 Euro, damit die Künstler ruhig gestellt werden.
Pius I: Für unsere Freunde unter den Experten des Finanzkapitalismus und deren Kinder machen wir öffentlich geförderte Privatschulen mit Zugangsbeschränkungen. Dann brauchen wir auch keine Konsumenten mehr, weil aus Geld wird mehr Geld!
Pius II: Ja Corona ist eigentlich ein Geschenk Gottes! Endlich können wir die kritischen Geister in Zaum halten. Das Parlament wollen wir von jetzt an zur geistigen Einkehr und Gebetsstunde nutzen!
Pius I: Ja, wir sagen den Leuten einfach: Gebete helfen viel mehr gegen Covid als Impfungen, die wir ja gar nicht haben - ja, die Normalität brauchen wir nicht mehr, denn wir wollen einen Gottesstaat!
Pius II: ja, wenn wir bald nach der Wahl im Herbst des General- auch die Redaktionschefs des ORF beherrschen (siehe Standard 1.1.2021), merkt sowieso keiner mehr, was wirklich passiert, so, wie bei unserem Freund Orban!
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